Liszts Religiosität war weder die eines protestantischen Kantors wie Bach, noch entsprach sie der Frömmigkeit eines katholischen Gotteskindes Bruckner. Liszt hat Religion vielmehr stets sinnlich erlebt und ästhetisch genossen; er bewahrte selbst noch in Phasen franziskanischer Demut immer auch den Glutkern dionysischer Ekstase in sich. Seine religiöse Inspiration vermochte Liszt immer wieder in faszinierende Klangbilder umzusetzen, die hier von Karl Betz sensibel in ein romantisch-religiöses Farbenspiel getaucht wird. Citește tot Restrânge