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Digitaler Naturalismus

Autor Michael Dellwing, Alessandro Tietz, Marc-André Vreca
de Limba Germană Paperback – 27 iul 2021
Als „zentrales Nervensystem des 21. Jahrhunderts“ (Doctorow 2017) ist das Internet heute so tief in die Gegenwartswelt und ihre Alltagspraktiken eingewoben, dass es schwierig wäre, ein sozialwissenschaftliches Forschungsfeld zu identifizieren, das digitale Kulturen noch ignorieren könnte.
Ethnografie steht bereits im Zentrum der Untersuchung von Online-Kontexten. Ihren Kern macht die Orientierung an Deutungen aus, wie sie unter den Beteiligten tatsächlich verwendet werden. Da Deutungen kontextabhängig sind, besteht die Ethnografie darauf, dass die Deutungen der Beteiligten nur in ihrem Herkunftsumfeld erforscht werden können. Sie hat hierfür den Begriff der „naturalistischen Forschung“ entwickelt. Diese Fokussierung der Ethnografie auf Innendeutungen erfasst dabei auch die Methode: Die Ethnografie war immer von Anpassung, Flexibilität und Bescheidenheit geprägt, die im Zweifel Vorrang vor mitgebrachten methodischen Regeln haben. Eine „neue“ Ethnografie für die Onlineforschung ist daher nicht notwendig. Die Wahl der Forschungswege orientiert sich regulär an den Arten tatsächlicher Interaktion im Feld. Ein „digitaler Naturalismus“, der diese Orientierung in die Onlineforschung bringt, kann vermeiden, dass verbreitete Außendeutungen, die ein Verständnis digitaler Kulturen regulär häufig eher behindern, über methodische Umwege zurück in die Forschung gelangen.
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Specificații

ISBN-13: 9783658218706
ISBN-10: 3658218703
Pagini: 228
Ilustrații: V, 222 S. 10 Abb., 8 Abb. in Farbe.
Dimensiuni: 148 x 210 x 12 mm
Greutate: 0.34 kg
Ediția:1. Auflage 2021
Editura: SPRINGER VS
Locul publicării:Wiesbaden, Germany

Cuprins

Onlineethnografie als neue Alltagsethnografie: Stilbildende Zentren und Beispielfälle.- Das Onlinefeld als Ort von Struktur und Aktivität.- Hinweise zur Forschungspraxis.- Auswertung und Ergebnisse einer befremdenden Forschung.

Textul de pe ultima copertă

Als „zentrales Nervensystem des 21. Jahrhunderts“ (Doctorow 2017) ist das Internet heute so tief in die Gegenwartswelt und ihre Alltagspraktiken eingewoben, dass es schwierig wäre, ein sozialwissenschaftliches Forschungsfeld zu identifizieren, das digitale Kulturen noch ignorieren könnte.
Ethnografie steht bereits im Zentrum der Untersuchung von Online-Kontexten. Ihren Kern macht die Orientierung an Deutungen aus, wie sie unter den Beteiligten tatsächlich verwendet werden. Da Deutungen kontextabhängig sind, besteht die Ethnografie darauf, dass die Deutungen der Beteiligten nur in ihrem Herkunftsumfeld erforscht werden können. Sie hat hierfür den Begriff der „naturalistischen Forschung“ entwickelt. Diese Fokussierung der Ethnografie auf Innendeutungen erfasst dabei auch die Methode: Die Ethnografie war immer von Anpassung, Flexibilität und Bescheidenheit geprägt, die im Zweifel Vorrang vor mitgebrachten methodischen Regeln haben. Eine „neue“ Ethnografie für die Onlineforschung ist daher nicht notwendig. Die Wahl der Forschungswege orientiert sich regulär an den Arten tatsächlicher Interaktion im Feld. Ein „digitaler Naturalismus“, der diese Orientierung in die Onlineforschung bringt, kann vermeiden, dass verbreitete Außendeutungen, die ein Verständnis digitaler Kulturen regulär häufig eher behindern, über methodische Umwege zurück in die Forschung gelangen.
Der Inhalt
Onlineethnografie als neue Alltagsethnografie: Stilbildende Zentren und Beispielfälle • Das Onlinefeld als Ort von Struktur und Aktivität • Hinweise zur Forschungspraxis • Auswertung und Ergebnisse einer befremdenden Forschung

Die Autoren
PD Dr. Michael Dellwing vertritt die qualitative Sozialforschung an der Leuphana-Universität Lüneburg. 

Alessandro Tietz und Marc-André Vreca sind Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend des Landkreises Göttingen.



Caracteristici

Das Internet als Feld ethnografischer Forschung Besonderheiten und Eigenschaften eines neuen Feldes und der notwendigen Methoden Gut lesbar, verständlich und präzise