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Nathan der Weise (Hamburger Lesehefte, nr. 17)

De (autor) Revizuit de F. Bruckner, K. Sternelle
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de Limba Germană Carte Paperback
Kernstück dieser Dichtung ist die "Parabel von dem Ring", dessen Besitz den Erben der wahren Religion kenntlich machen soll. Lessing will im "Nathan" zeigen, dass "nicht die Wahrheit, in deren Besitz ein Mensch ist oder zu sein vermeint, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, den Wert des Menschen macht".Im Nachwort wird der "Nathan" literaturgeschichtlich eingegliedert und auf Textgeschichte und Textgestaltung eingegangen. Auf sieben Seiten werden schwierige Wörter erklärt.
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Specificații

ISBN-13: 9783872910165
ISBN-10: 3872910167
Pagini: 128
Dimensiuni: 126 x 198 x 7 mm
Greutate: 0.11 kg
Editura: Hamburger Lesehefte
Seria Hamburger Lesehefte


Notă biografică

Gotthold Ephraim Lessing, 22. 1. 1729 Kamenz (Sachsen) - 15. 2. 1781 Braunschweig. Der Sohn eines Pfarrers besuchte die Fürstenschule St. Afra in Meißen, studierte seit 1746 (nominell) Theologie in Leipzig, wechselte 1748 zur Medizin und ¿oh noch im selben Jahr vor seinen Gläubigern zunächst nach Wittenberg, dann nach Berlin, wo er für die Berlinische Privilegirte Zeitung arbeitete. Ende 1751 kehrte er nach Wittenberg zurück und legte dort 1752 das Magisterexamen ab. Bis 1755 hielt er sich in Berlin auf (Redakteur, freier Schriftsteller), zog dann nach Aufenthalten in Potsdam und Frankfurt a. d. O. nach Leipzig; eine geplante Englandreise mit einem reichen Kaufmann fand wegen des Ausbruchs des Siebenjährigen Krieges 1756 ein frühes Ende in Amsterdam. Begegnungen mit J. W. L. Gleim in Halberstadt und F. G. Klopstock und dem bedeutenden Schauspieler Konrad Ekhof in Hamburg folgten. Von 1758 an lebte L. wieder in Berlin, verließ jedoch 1760 die Stadt, um die Stelle eines Sekretärs bei dem Breslauer Stadtkommandanten General von Tauentzien anzutreten. Nach einer schweren Krankheit kehrte er 1765 nach Berlin zurück, wo sich keine Anstellung für ihn fand. 1767 wurde er Dramaturg am neu gegründeten Nationaltheater in Hamburg, das freilich nach zwei Jahren ¿nanziell am Ende war. Seit 1770 lebte er als Bibliothekar der Herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel. 1776 heiratete er Eva König, die nur 14 Monate später bald nach der Geburt eines Sohnes starb. Der Aufenthalt in Wolfenbüttel wurde durch Reisen u. a. nach Wien (Audienz bei Kaiser Joseph II. 1775) und Italien (als unfreiwilliger und missmutiger Reisebegleiter eines Braunschweiger Prinzen 1775-76) unterbrochen. L. trug mit seinen Dramen und seinen dramaturgischen Schriften entscheidend dazu bei, das dt. Theater zu erneuern und auf ein europäisches Niveau zu heben. Hier lag auch sein eigentliches dichterisches Interesse. Seine Lyrik blieb Episode, es handelt sich, wie der Titel sagt, um anakreontische Kleinigkeiten; von größerer Bedeutung außerhalb der Gattung des Dramas sind nur die Fabeldichtung und die Epigrammatik, verbunden mit theoretischen Überlegungen. Stehen L.s frühe Komödien noch in der Tradition der sächsischen Typenkomödie, so führte die Beschäftigung mit dem europäischen Theater der Antike und der Moderne allmählich zu einer Abkehr von den vom frz. Klassizismus geprägten Modellen der Gottschedschule. In der Komödie geschah dies u. a. durch eine Beschäftigung mit der Commedia dell'arte und ihrer Komik sowie mit dem rührenden Lustspiel; die Konsequenz war eine Verstärkung der spezi¿sch bürgerlichen Züge und eine Ablösung des Gottschedschen Verlach-Konzepts. Mit Minna von Barnhelm gelang L. dann, mit einigen Neben¿guren aus dem Repertoire der Commedia dell'arte und der Typenkomödie als komischen Kontrastgestalten, eine vertiefte Form der Komödie mit aktuellen zeitgeschichtlichen Bezügen und wirklichen Charakteren, eine Komödie am Rand des Tragischen. Der klassizistischen Tragödie stellte L. das bürgerliche Trauerspiel nach engl. Vorbild entgegen, das er zuerst mit Miß Sara Sampson in einer emp¿ndsamen Version in die dt. Literatur einführte; einen neuen Akzent setzte er dann mit Emilia Galotti, wo sich der Kon¿ikt nicht aus Liebesbeziehungen ergibt, sondern aus dem Gegensatz von hö¿schem und bürgerlichem Bereich, von hö¿scher Unmoral und privater Moral. L.s letztes Stück, Nathan der Weise, ist sein einziges großes Versdrama; es trug wesentlich dazu bei, den Blankvers als klassischen dt. Dramenvers durchzusetzen. Als dramatisches Gedicht entzieht es sich der Festlegung auf eine der dramatischen Gattungen; es geht - wie die berühmte Ringparabel in der Mitte verdeutlicht - um eine moralund geschichtsphilosophische Botschaft, um die Aufforderung zu Toleranz und Humanität. Die theologisch-geschichtsphilosophische Schrift Die Erziehung des Menschengeschlechts führte die Gedanken des Nathan weiter. Das Stück war auch eine Antwort auf das Verbot seines Dienstherrn, die theologische (und stark polemische) Kontroverse fortzusetzen, die sich aus seiner Veröffentlichung von bibelkritischen Fragmenten aus der ungedruckt gebliebenen Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes des verstorbenen Hermann Samuel Reimarus vor allem mit dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze entwickelt hatte. L. begleitete sein dichterisches Schaffen mit einer Vielzahl literaturkritischer und v. a. gattungstheoretischer Schriften. Eine besondere Rolle spielt dabei wieder das Drama: die Auseinandersetzung mit J. C. Gottsched und der Hinweis auf Shakespeare und den Fauststoff im 17. Literaturbrief (1759), der Briefwechsel über das Trauerspiel mit F. Nicolai und Moses Mendelssohn (1756-57; erst postum veröffentlicht), die Hamburgische Dramaturgie mit ihren kritischen und theoretischen Beiträgen, darunter die ein¿ussreiche Interpretation des Satzes von Aristoteles über den Endzweck der Tragödie (Mitleid und Furcht). Daneben galt sein Interesse dem Epigramm und besonders der Fabel, der er die äsopische Prägnanzwiedergeben wollte. Seine grundsätzlichen Überlegungen über den Unterschied zwischen bildender Kunst und Dichtung (Figuren und Farben in dem Raume bzw. artikulierte Töne in der Zeit), vorgeführt am Beispiel der spätantiken Laokoongruppe und der Darstellung Vergils, kommentieren und kritisieren zugleich Erscheinungen der Barockdichtung und die malerischen Tendenzen der zeitgenössischen Poesie. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.


Cuprins

InhaltNathan der Weise. Ein dramatisches Gedichtin fünf Aufzügen Anhang1. Zur Textgestalt 2. Anmerkungen 3. Leben und Zeit 3.1 Biographie 3.2 Leben als Schriftsteller 3.2.1 Innere Biographie als problematischer Gegenstand 3.2.2 Vertrauen auf den Zufall und Widerspruch 3.2.3 Verzicht auf endgültige Ziele 4. Entstehungsgeschichte 4.1 Der Fragmenten-Streit 4.1.1 Begriffliche Orientierung 4.1.2 Positionen im Fragmenten-Streit 4.1.3 Reaktionen im Fragmenten-Streit 4.2 Der Stoff und seine Tradition 4.2.1 Die Ringparabel und ihr Vorbild 4.2.2 Historische Quellen 5. Rezeption - Texte zur Diskussion 5.1 Was ist Aufklärung? Warum Lessing lesen? 5.2 Zur Konstruktion des Dramas 5.2.1 Gisbert Ter-Nedden: Das Böse als das Verfehlen des Guten 5.2.2 Thomas Koebner: »Der Stil der Korrektur« 5.2.3 Willi Goetschel: Die Bedeutung der Praxis 5.3 Zum Wettstreit der Religionen 5.3.1 Karl-Josef Kuschel: »Die große Wende in der Religionstheologie« 5.3.2 Gisbert Ter-Nedden: Religion als self-fulfilling prophecy 5.3.3 Peter Sloterdijk: Die Postmodernität der Ringparabel 5.4 Zum Bild des Juden im Drama und seiner Rezeption 5.4.1 Thomas Koebner: »Nathan der Jude« 5.4.2 Thomas Koebner: Nathan, Nationalsozialismus und Antisemitismus 6. Literaturhinweise